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Psilophyta

Psilophyta

Die Urfarne (Psilophyta), auch Gabelblattgewächse genannt, sind eine Abteilung von Pflanzen (Plantae), die zu den Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta) gehören. Es gibt unterschiedliche Ansichten zur evolutionären Verwandtschaft der Urfarne mit den anderen Gefäßsporenpflanzen.
- Die traditionelle Lehrmeinung ist, dass die Gabelblattgewächse eine primitive Gruppe der Gefäßpflanzen darstellen.
- Alternativ wird auch diskutiert, dass sie von den Farnen abstammen, und im Laufe ihrer Entwicklung einige Characteristika verloren haben.
- Eine dritte Ansicht, die neuerdings vertreten wird, betrachtet sie als mit den Bärlapppflanzen verwandt. Die Abteilung enthält die zwei Gattungen Gabelblatt (Psilotum) und Tmesipteris. Letztere Gattung wird aufgrund morphologischer Unterschiede manchmal auch in eine eigene Familie, die Tmesipteridaceae, eingeordnet; zellbiologische Analysen sprechen gegen eine solche Abspaltung. Die Pflanzen dieser Gruppe bleiben kleiner als 50 cm. In beiden Gattungen ist der Sporophyt (die sich fortpflanzende, dominante Pflanze) klein und ohne echte Wurzeln, sondern hat mit Rhizoidhaaren besetzte Rhizome. Der Pflanzenoberteil besteht aus sich dichotom verzweigenden Sprossen (Stengeln). Die Sporen sind gleichartig (Homosporie); auf dem aus ihnen entstehenden Prothallium wachsen sowohl Antheridien als auch Archegonien (monözisch).

Systematik


- Psilotum wächst bevorzugt in Symbiose mit Pilzen vor (Mykorrhiza). Die Pflanzen haben keine Blätter; die Photosynthese geschieht in den Sprossen.
  - Psilotum nudum, Vorkommen: Südasien, Australien und Neuseeland
  - Psilotum flaccidum, Vorkommen: Jamaika, Mexiko, einige pazifische Inseln.
- Tmesipteris ist oft ein Epiphyt auf dem Farn Dicksonia. Der Spross ist von bis zu 2 cm langen blattähnlichen Schuppen umgeben.
  - Tmesipteris tannensis, Vorkommen: Australien, Tasmanien, Neuseeland,
  - Tmesipteris vieillardii, Vorkommen: Neukaledonien Kategorie:Gefäßsporenpflanzen

Wikipedia:Taxoboxen

ACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen! ---- Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel). Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen. Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].

Übergeordnete Taxa

Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.

Untergeordnete Taxa

Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.

Schreibweise der Taxa

Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.

Wissenschaftlicher Name

Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung. Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.

Keine Kommentare in der Taxobox

Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.

Bild

Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden. Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.

Weitere Informationen in der Taxobox

In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.

Schablone für Copy and Paste

Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.



Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum

Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden. Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.

Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox

Beispiel für eine Pflanzenart


Beispiel für eine Tierfamilie


Beispiel für einen Speisepilz


Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox Taxoboxen Taxoboxen Kategorie:WikiProjekt Lebewesen

Abteilung (Biologie)

Die Abteilung, Fachausdruck: Divisio, ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik der Botanik, Mykologie und Mikrobiologie. Sie wird weiter aufgeteilt in Unterabteilungen. Sowohl Pflanzen als auch Pilze werden in Abteilungen gegliedert. Die Abteilung steht als Taxon zwischen Reich und Klasse. In der Zoologie heißt das entsprechende Taxon Stamm oder Phylum. In einigen wenigen zoologischen Systematiken wird der Ausdruck Abteilung auch als Taxon zwischen Reich (Regnum) und Stamm (Phylum) verwendet, beispielsweise zur Abgrenzung der Bilateria innerhalb der Vielzeller (Metazoa). Kategorie:Taxonomie th:ส่วน (ชีววิทยา)

Pflanzen

Die Pflanzen bilden ein eigenes Reich innerhalb der Domäne der Eukaryoten. Mit ihnen befasst sich wissenschaftlich die Disziplin der Botanik. Pflanzen leben - im Gegensatz zu den heterotrophen Tieren und Pilzen - fast ausschließlich photoautotroph, das heißt, sie stellen die zum Wachsen und Leben notwendigen organischen Stoffe mit Hilfe des Sonnenlichts durch Photosynthese selbst her (Phototrophie), wobei sie als Kohlenstoffquelle ausschließlich Kohlenstoffdioxid nutzen (Autotrophie). Ausnahmen sind einige parasitische Pflanzen, die ihre Nahrung von anderen Pflanzen beziehen und im Laufe der Evolution ihr Chlorophyll (Blattgrün) verloren haben. Historisch hat sich die Definition des Begriffs Pflanze gewandelt. So werden heute Photosynthese betreibende Prokaryonten wie beispielsweise die Cyanobakterien (Cyanobacteria) nicht mehr zu den Pflanzen gezählt. Dies gilt auch für eine ganze Reihe von Protisten-Arten, beispielsweise die Rotalgen oder Braunalgen. Auch die Pilze wurden ursprünglich mit zu den Pflanzen gezählt, obwohl man heute weiß, dass sie näher mit den Tieren verwandt sind. Sie werden hier in ihr eigenes Reich gestellt. Heute folgt man in der Biologie fast ausschließlich dem phylogenetischen System, das die Pflanzen anhand ihrer Abstammung systematisch gruppiert. Demnach gelten nur die Grünalgen (Chlorophyta) neben den Landpflanzen (Embryophyta) als echte Pflanzen. All diese Organismen enthalten Chlorophyll a und Chlorophyll b und speichern die photosynthetisch produzierten Zucker in Form von Stärke in den Chloroplasten. Die Zellwände dieser Organismen bestehen aus Zellulose. Pflanzen treten oft in charakteristischen Gruppen, den so genannten Pflanzengesellschaften auf. Pflanzen können durch Abgabe allelopathischer Stoffe auf andere Pflanzen einwirken.

Systematik

Es ist zu beachten, dass die Unterteilung in Klassen, Abteilungen, etc. nicht nur einem ständigen Wandel unterworfen ist, sondern durch die damit etablierten Ränge heute auch als umstritten gilt. Vielerorts wird heute an einer ranglosen Taxonomie gearbeitet. Die Wikipedia folgt allerdings hier der klassischen Systematik. Grünalgen (Chlorophyta)
- Prasinophyta
- Pedinophyta
- Chlorophycota Landpflanzen (Embryophyta)
- Moose (Bryophyta)
  - Marchantiopsida
  - Jungermanniopsida
  - Laubmoose (Bryopsida)
  - Hornmoose (Anthocerotopsida)
- Gefäßpflanzen
  - Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta)
    - Urfarne (Psilophyta)
    - Bärlapppflanzen (Lycopsida)
    - Schachtelhalme (Equisetopsida)
    - Farne (Filicopsida)
  - Samenpflanzen (Spermatophyta)
    - Nadelholzgewächse (Coniferophyta)
    - Palmfarne (Cycadophyta)
    - Ginkgopflanzen (Ginkgophyta)
    - Gnetophyta
    - Blütenpflanzen (Magnoliophyta)

Bedeutung für den Menschen

In ihrer Bedeutung für den Menschen unterscheidet man zwischen wildwachsenden Pflanzen, darunter auch die willkürlich so genannten Unkräuter, und Kulturpflanzen. Zu den teils wild, teils kultiviert wachsenden Nutzpflanzen zählt man die Heilpflanzen (siehe auch Liste der Heilpflanzen) und die Küchenkräuter (siehe auch Kräuter). Bei Gewürzen handelt es sich meist um getrocknete Küchenkräuter (siehe auch Liste der Küchenkräuter und Gewürze). Kräuter für Aufgüsse und Tees werden sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt. Sehr häufig werden aromatische Pflanzen auch nur ihres Duftes wegen angepflanzt, wie es bei duftenden Blumen - insbesondere den Rosen - der Fall ist. Substanziell genutzt werden auch die in der Regel rauscherzeugenden Drogenpflanzen, die oft zu den Giftpflanzen zählen. Zierpflanzen werden dagegen aus ästhetischen Gründen angepflanzt; die meisten Zimmerpflanzen gehören in diese Kategorie, vernachlässigt man in geschlossenen Räumen angebaute Kräuter. Siehe auch: Systematik des Pflanzenreiches

Weblinks


- [http://www.pflanzenbestimmung.de/ Online Pflanzenbestimmung]
- [http://www.pflanzenbuch.de/pflanzendatenbank.php Pflanzendatenbank]
- [http://www.pflanzen-portal.com Pflanzen-Portal] !Kategorie:Botanik zh-min-nan:Si̍t-bu̍t ja:植物 ko:식물 ms:Tumbuhan simple:Plant th:พืช

Gefäßsporenpflanzen

Die Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta) oder Farnartigen Pflanzen bilden zusammen mit den Samenpflanzen (Spermatophyta) die beiden Überabteilungen der Gefäßpflanzen (Tracheobionta). Die Pflanzen dieser Gruppe pflanzen sich durch Sporen fort. Dabei tritt ein so genannter dimorpher Generationswechsel auf, in dem aus den Sporen zuerst ein Prothallium genannter Gametophyt entsteht. Dieser haploide Gametophyt ist eine im allgemeinen wenige Millimeter große, Lebermoos-artige Pflanze. Sie bildet entweder auf einem oder auf verschiedenen Gametophyten Archegonien und Antheridien, in denen sich die Zygote und die Spermatozoiden als weibliche und männliche Keimzellen entwickeln. In Anwesenheit von Wasser 'schwimmt' dann der Spermatozoid zur Zygote mit anschließender Befruchtung. Aus der befruchteten Zygote entsteht dann der diploide Sporophyt, die große, dominante, in Sporangien Sporen tragende Pflanze. Manche dieser Pflanzen haben gleichartige Sporen (Homosporie), andere haben Makrosporen (aus denen sich nur weibliche Gametophyten entwickeln) und Mikrosporen (aus denen sich nur männliche Gametophyten entwickeln) (Heterosporie). Die Gefäße (Leitbündel) der Gefäßsporenpflanzen werden Tracheiden genannt; sie unterscheiden sich von den Tracheen der Blütenpflanzen (Magnoliophyta).

Systematik

Heute wird diese Abteilung oft in vier Abteilungen unterteilt. Daneben sind ausgestorbene Pflanzen durch Fossilien bekannt. Diese werden drei weiteren Gruppen zugeordnet.

Die Abteilungen der Gefäßsporenpflanzen

: Rhyniatae (nur fossil bekannt, erste Landpflanze Rhynia aus dem Zeitalter des Silur) : Zosterophyllatae (nur fossil bekannt) : Trimerophytatae (nur fossil bekannt) : Urfarne (Psilophyta) : Bärlapppflanzen (Lycopodiophyta) ::Lycopodiales ::: Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) :: Selaginellales ::: Moosfarngewächse (Selaginellaceae) :: Isoëtales ::: Brachsenkrautgewächse (Isoëtaceae) :: Lepidodendrales (ausgestorben) : Schachtelhalme (Sphenophyta) :: Hyeniales (ausgestorben) :: Sphenophyllales (ausgestorben) :: Calamitales (ausgestorben) :: Equisetales ::: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae) : Farne (Filicinophyta) Siehe auch: Systematik des Pflanzenreiches

Weblinks


- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pteridophyta fossile Gefäßsporenpflanzen im Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.anbg.gov.au/projects/fern/taxa/classification.html Diskussion zur Systematik (auf Englisch)]
- [http://homepages.caverock.net.nz/~bj/fern/ Alle Farne und Verwandten (auf Englisch)] Kategorie:Gefäßsporenpflanzen

Gefäßpflanzen

Die Gefäßpflanzen (Tracheobionta) oder Sprosspflanzen sind diejenigen Pflanzen (Plantae), die im Pflanzeninneren Wasser und Nährstoffe durch spezielle Leitungsbahnen transportieren. Zu ihnen gehören die Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta) und die Samenpflanzen (Spermatophyta). Die Bezeichnung „Sprosspflanze“ beziehungsweise „sprosslose Pflanze“ bezieht sich auf die Art des Pflanzenaufbaus. Sprosspflanzen sind in Grundorgane unterteilt: Wurzel, Spross und Blatt, wobei jeder Pflanzenteil spezifische Aufgaben wahrnimmt. Die Mannigfaltigkeit der pflanzlichen Gestalten kommt durch Abwandlungen der drei Grundorgane zustande. Hauptsächlich durch Variaten der Größenverhältnisse (Proportionsverschiebung). Siehe auch: Landpflanzen

Weblinks


- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Tracheophyta fossile Gefäßpflanzen im Mineralienatlas WiKi] Kategorie:Pflanzen ko:관다발식물

Farne

Die als Farne (bot. Filicinophyta) bezeichneten Gewächse bilden eine formen- und artenreiche Abteilung der Gefäßsporenpflanzen. Im Volksmund tragen sie viele verschiedene Namen, wie beispielsweise "Hexenleiter". Sie gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde.

Erkennungsmerkmale

Je nach Art weisen die Pflanzen ein- bis mehrfach gefiederte, selten ganzrandige Blattwedel auf, die sommergrün oder auch winter- bzw. immergrün sein können. Die Fortpflanzung erfolgt mit Hilfe von Sporen, die auf der Unterseite der Wedel in bestimmter Weise gebildet werden.

Generationswechsel

Der Generationswechsel der Farnpflanzen ist sehr auffällig. Eine Meiospore keimt heran und es entwickelt sich der Gametophyt (bei Farnen Prothallium genannt). Auf der Unterseite des Prothalliums entstehen die Fortpflanzungsorgane, in welchen die Gameten (Gamet) gebildet werden. Spermatozoiden werden in den männlichen Organen (Antheridien) gebildet. Die Befruchtung kann nur stattfinden, wenn Wasser vorhanden ist. Dann schwimmen die Spermatozoiden zu den weiblichen Organen (Archegonien) und befruchten die Eizelle (Zygote). Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich ein Embryo der zu einem Sporophyten (Sporophyt) wird. Auf dem Sporophyten wachsen an Blättern zu Sori gruppierte Sporangien, in denen Sporen gebildet werden. Diese Blätter werden Sporophylle genannt. Die Sporen werden nach dem Öffnen der Sporangien durch den Wind verbreitet und keimen aus, wenn sie auf Boden mit günstigen Voraussetzungen gelangen. Der Generationswechsel wird als heterophasisch-heteromorph bezeichnet, da er auf zwei verschiedenen Phasen (Gametophyt, Sporophyt) mit unterschiedlichem Aussehen (Morphologie) beruht.

Vorkommen

Farne sind weltweit verbreitet. Sie kommen bis auf wenige lichtliebende Arten fast ausschließlich an schattigen und feuchten Plätzen im Wald, in Mauerritzen, Felsspalten und Schluchten, an Bachufern o.ä. vor. Den Verbreitungsschwerpunkt haben die Farne in den Tropen. So findet man im tropischen Regenwald zum Beispiel die grössten Farnpflanzen, die Baumfarne.

Systematik

Baumfarne (Botrychium lunaria), Ophioglossaceae, Ophioglossales, Ophioglossopsida]] Baumfarne (Osmundaceae), Osmundales]] Baumfarne (Marsilea quadrifolia), Kleefarngewächse (Marsileaceae), Marsileales]] Kleefarngewächse Die biologische Systematik der Farne ist noch nicht vollständig verstanden. Daher finden sich unterschiedliche Anordnungen in Ordnungen und Familien. Die letzte große Analyse, die auch ribosomale DNA einschließt, wurde 1995 veröffentlicht (Kathleen Pryer, Alan Smith, Judith Skog; Fern Journal 85(4) (1995)). Sie enthält allerdings nur einen Stammbaum, aber kein Klassifizierungsschema. Heute sind je nach Expertenmeinung zwischen 9.000 und 12.000 Arten bekannt, die in etwa 250 Gattungen eingeteilt sind. Alle Familien und Ordnungen der Farne werden in die folgenden drei Klassen eingeteilt:
- Marattiopsida
  - Marattiales
    - Marattiaceae
- Ophioglossopsida
  - Ophioglossales
    - Natternzungengewächse (Ophioglossaceae)
    - Mondrautengewächse (Botrychiaceae)
    - Helminthostachiaceae
- Polypodiopsida
  - Hymenophyllales
    - Hautfarngewächse (Hymenophyllaceae)
    - Hymenophyllopsidaceae
  - Osmundales
    - Königsfarngewächse (Osmundaceae)
  - Gleicheniales
    - Gleicheniaceae
    - Platyzomataceae
    - Matoniaceae
    - Stromatopteridaceae
    - Dipteridaceae
    - Cheiropleuriaceae
  - Schizaeales
    - Schizaeaceae
    - Lygodiaceae
  - Plagiogyriales
    - Plagiogyriaceae
  - Dicksoniales
    - Dicksoniaceae (siehe Baumfarn)
    - Adlerfarngewächse (Dennstaedtiaceae)
  - Cyatheales (siehe Baumfarn)
    - Becherfarngewächse (Cyatheaceae)
    - Metaxyaceae
    - Loxsomataceae
  - Marsileales
    - Kleefarngewächse (Marsileaceae)
  - Salviniales
    - Schwimmfarngewächse (Salviniaceae)
    - Algenfarngewächse (Azollaceae)
  - Pteridales
    - Actinopteridaceae
    - Frauenhaarfarngewächse (Adiantaceae)
    - Parkeriaceae
    - Saumfarngewächse (Pteridaceae)
    - Vittariaceae
  - Blechnales
    - Rippenfarngewächse (Blechnaceae)
    - Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
    - Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae)
    - Lomariopsidaceae
    - Lappenfarngewächse (Thelypteridaceae)
    - Woodsiaceae
  - Davalliales
    - Davalliaceae
    - Oleandraceae
  - Polypodiales
    - Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae)
    - Grammitidaceae

Literatur


- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/farne_moose.htm Farnliteratur]

Weblinks


- [http://www.anbg.gov.au/projects/fern/taxa/classification.html Zur Problematik der Systematischen Einordnung der Farne (auf englisch)]
- [http://www.gartenlinksammlung.de/farn_moos.htm Weitere Farnlinks]
- [http://www.farngarten.de], "Die Farn-CD"
- [http://homepages.caverock.net.nz/~bj/fern/list.htm Liste der Farn-Gattungen gegliedert nach Familien.] (engl.)
- [http://home.arcor.de/harzflora/farne.html Farne im Harz] Bild:Phyllitis.jpg|Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), Streifenfarngewächse (Aspleniaceae), Blechnales Image:Illustration Woodsia alpina0.jpg|Woodsia alpina, Woodsiaceae Image:SoriDicksonia.jpg|Sori auf der Blattunterseite des Baumfarnes Dicksonia antarctica ---- Siehe auch: Systematik des Pflanzenreichs Kategorie:Gefäßsporenpflanzen ja:シダ植物門

Gattung (Biologie)

Die Gattung ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Eine Gattung enthält eine oder mehrere Arten. Ein Beispiel einer Gattung ist die Abies (Tanne). Alle Arten innerhalb einer Gattung haben immer einen zweiteiligen (binominalen) Namen, der neben der Gattungsbezeichnung noch ein Art-Epipheton enthält. Abies alba (die Weißtanne) ist eine Art in der Gattung Abies (Tanne). Diese durchgehend binominale Benennung geht auf Carl von Linné zurück, der sie in seinem Werk Systema Naturae einführte. Wenn eine Gattung nur eine Art enthält, nennt man die Gattung monotypisch. Gattungen selbst werden in Familien zusammengefasst.

Strukturierung einer Gattung

Wenn eine Gattung viele Arten enthält, die nach unterschiedlichen Kriterien geordnet werden können, stehen die folgenden hierarchischen Ränge zur Verfügung:
- Untergattung
- Sektion
- Untersektion
- Serie
- Unterserie Dabei ist es im Ermessen des Biologen, welcher der Ränge angemessen erscheint. Bedeutende Unterschiede werden in der Regel durch Untergattungen ausgedrückt; bei unscheinbaren Variationen wird eher die Sektion benutzt. Es gibt also keine Vorschrift, dass bestimmte Ränge bevorzugt zu benutzen sind. Allerdings wird die Untersektion (bzw. Unterserie) nur gebraucht, wenn auch die Sektion (bzw. Serie) benutzt wird. Kategorie:Taxonomie als:Gattung (Biologie) ms:Genus th:สกุล (ชีววิทยา)

Rhizom

Der Begriff Rhizom (v. griech.: rhizoma das Eingewurzelte) bezeichnet: # In der Botanik ein meist unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem, siehe Rhizom (Botanik). # Häufig als Netzstruktur von Storys im Hypertext verwendet; siehe Rhizom (Hypertext). # Zur Verwendung des Begriffes in der Botanik analoge Strukturen in der Philosophie von Gilles Deleuze; siehe Rhizom (Philosophie). # MMORPG namens Saga of Rhyzom.

Dichotom

Dichotomie ist eine Zusammensetzung der beiden griechischen Worte dicha ('getrennt') und tome ('Schnitt'). Dichotomie bedeutet somit die Aufteilung in zwei Strukturen oder Begriffe.
- In der Anatomie oder Biologie spricht man von Dichotomie oder einer dichotomen Teilung, wenn die ursprüngliche Sprossachse in zwei gleiche Teile oder Gabeln auswächst. So teilt sich die Luftröhre in zwei Hauptbronchien.
- In der Mathematik, der Philosophie und der Linguistik wird damit die Trennung eines Begriffs in zwei Unterbegriffe, die sich gegenseitig ausschließen bezeichnet: Zahlen in rationale und irrationale Zahlen; aber auch die Teilung von Mensch und Natur oder von wahr und falsch im Sinne eines unüberwindbaren Gegensatzes oder auch übertragen in Schwarz-Weiß-Malerei.
- In der Volkswirtschaftslehre wird die Trennung von Variablen in nominale und reale Variablen als (neo)klassische Dichotomie bezeichnet.
- In der visuellen Astronomie bedeutet es Halbphase: ein innerer Planet (Merkur oder Venus) ist von der Erde aus gesehen zur Hälfte beleuchtet, vergleichbar dem Halbmond. In der Planetologie steht der Begriff für die unter den festen Himmelskörpern verbreitete Erscheinung von zwei auffallend unterschiedlich gestalteten Halbkugeln. Die bekanntesten Beispiele sind neben der Erde und ihrem Mond der Mars und der Jupitermond Iapetus. Bei einer dichotomen Einteilung ist der Fehler der "unangemessenen Einteilung" ausgeschlossen. Es wird gefordert, dass zwei einander komplementäre Begriffe den Umfang oder die Bedeutung des ursprünglichen Begriffes vollständig umfassen. Eine unvollständige Einteilung oder eine sich überschneidende Einteilung ist somit nicht möglich. Die Vereinigung der dichotomen Begriffe führt wieder zum Ursprungsbegriff. Beispiel 1: "Der Schüler ist ein Lebewesen; Lebewesen können sich bewegen oder ruhig verhalten, hieraus folgt mit Notwendigkeit, dass der Schüler sich entweder ruhig verhalten kann oder sich bewegt; aber es ist nicht notwendig, dass er sich ruhig verhält." Auf der ersten, philosophischen Ebene handelt es sich hierbei um eine klassische, (wenn auch geringfügig abgewandelt) von Platon stammende Dichotomie – auf der zweiten, sophistischen Ebene natürlich um einen Scherz. Der Mangel einer dichotomen Einteilung ist allerdings offensichtlich:
- Der plakative Gebrauch führt zu einer Verkürzung. So sind Unterteilungen in alt und jung, Stadt und Land, Schwarz und Weiß (im Sinne der Hautfarbe) dazu geeignet, mögliche Gemeinsamkeiten über den Unterschieden vergessen zu lassen – oder nicht zu erkennen. Die Natur des ungeteilten Begriffs bleibt prinzipiell ungewiss. Für konkrete Fragestellungen ist dieser Mangel jedoch zu vernachlässigen:
Beispiel 2: "Untersucht werden sollte, ob die Stadt-Land-Dichotomie noch eine erkenntnisleitende Funktion haben kann, nämlich ob sie für die Lebenssituation von älteren Menschen in Stadt und Land Erkenntnisse erbringen kann, die dann zu unterschiedlichen Konsequenzen und Ansätzen innerhalb der Altenhilfeplanung führen können oder gar müssen." (Ein Arbeitsziel als Zitat aus: [http://www.fh-oow.de/forschung/img/rohloff.pdf/ "Eine kritische Überprüfung der Stadt-Land-Dichotomie] – Analyse der Lebenssituation älterer Menschen in schottischen, ländlichen Regionen, im Landkreis Wittmund (SG Holtriem) und in Emden-Barenburg anhand ausgewählter Kriterien; von Prof. Dieter Rohloff). Siehe auch: Dihairese, Trichotomie

Weblinks


- [http://www.erz.uni-hannover.de/~csappok/einf/woerterb/dichotom.htm Weitere Definition und Beispiel] Kategorie:Erkenntnistheorie Kategorie:Logik

Spross

Als Spross oder Trieb bezeichnet man meist oberirdisch wachsende, senkrecht nach oben ragende oder auch dem Boden angedrückte Teile einer Pflanze. Sprosse setzen sich aus der Sprossachse, auch Stängel oder (in verholztem Zustand) Stamm, und den Blättern zusammen.
Die Sprossachse ist der stabförmige Teil, in dem sich in der Mehrzahl der Fälle die Leitbündel zur Wasserleitung und zum Zuckertransport befinden. Sie besteht aus mehreren Abschnitten, den Internodien, die durch verdickte Stellen, die Knoten oder Nodien, voneinander abgegrenzt sind. An den Knoten sitzen von der Sprossachse seitlich abstehend die Blätter.

Weblinks


- [http://www.baumpruefung.de/Neue_Dateien/spross.html baumpruefung.de: Der Spross] Kategorie:Pflanzenmorphologie

Spore

---- Falls Sie nach dem Singular der reitereibezogenen Sporen suchten, sehen sie bitte unter: Sporn ---- Sporn) beim Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)]] Hirschzungenfarn Eine Spore bezeichnet in der Biologie ein Entwicklungsstadium von Lebewesen, das ein- oder wenigzellig ist. Sporen dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung, der Verbreitung, der Überdauerung oder mehreren dieser Zwecke zugleich. Sporen werden vor allem von niederen Lebewesen, also z. B. Bakterien, Pilzen, Protozoen, Algen, Moosen, Farnen (Gefäßsporenpflanzen), gebildet. Bei den höheren Pflanzen werden das einzellige Pollenkorn (Mikrospore) und die Embryosackmutterzelle (Megaspore) als Sporen gedeutet. Der Prozess, bei dem sie gebildet werden, heißt Sporulation. Oft werden sie von einem Individuum in großer Zahl gebildet, wodurch sie sich insbesondere zur Vermehrung und Verbreitung eignen. Wenn sie gegen Umwelteinflüsse resistent sind, eignen sie sich besonders zur Überdauerung. Es gibt sowohl Sporen, die aus Meiose entstehen, also haploid sind (Meiospore), wie auch Sporen, die aus Mitose (ungeschlechtlich) entstehen (Mitospore). Viele Sporen sind sehr widerstandsfähig, sie können ihren kompletten Metabolismus einstellen und verbrauchen dann weder Wasser noch Nährstoffe noch Sauerstoff. Zusätzlich haben sie Zellwände, die eine Wasserverdunstung verhindern. Deswegen können sie oft sehr lange und unter sehr unwirtlichen Bedingungen überleben.
Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegen biologischen Zerfall und der großen Anzahl, in der sie freigesetzt werden, findet man Sporen oft in fossilen und geschichtlichen Ablagerungen. In der Archäologie und Paläontologie dienen sie als Indizien für Datierungen, Umweltbedingungen und Klimaveränderungen.
Von besonderer Bedeutung sind Endosporen von Bakterien, weil sie in der Regel sehr resistent gegen Austrocknung, toxische und auf andere Weise aggressive Stoffe, Alterung und Hitze sind. So können einige Bakterien-Endosporen in kochendem Wasser einige Stunden überdauern und im trockenem Zustand sogar etwa eine Stunde bei 150°C. Man vermutet, dass Bakterien-Endosporen mehrere hundert, vielleicht sogar tausend Jahre lebend überdauern können. Es gibt Vorstellungen, nach denen sich Gameten (kleine, haploide Entwicklungsstadien von Lebewesen, gebildet für die geschlechtliche Fortpflanzung) im Laufe der Evolution der Organismen aus Sporen entwickelt haben. Kategorie:Mikrobiologie Kategorie:Mykologie Kategorie:Botanik ja:胞子

Prothallium

Als Prothallium (von lat. "pro" = vor und grch. "thallos" = Spross) bezeichnet man in der Botanik den haploiden Gametophyt der Farne. Das Prothallium entwickelt sich aus einer vom Sporophyt der Farne produzierten Spore. Es ist relativ kurzlebig, meist nur wenige Millimeter groß und wird wegen seiner Unscheinbarkeit kaum je vom Laien wahrgenommen – und wenn doch, dann wird es wegen seines thallösen Aussehens häufig zum Beispiel mit einem Lebermoos verwechselt. Aussehen und Lebensweise der Prothallien variieren erheblich von Art zu Art: Einige sind grün und betreiben Photosynthese, andere leben unterirdisch und ernähren sich saprophytisch, also von totem organischem Material.

Vom Farnwedel zum Prothallium und zurück

Farne sind allgemein bekannt als in unseren Breiten häufig buschige, mit mehr oder weniger langen Blättern ("Farnwedeln") ausgestattete Pflanzen, die an der Unterseite ihrer Blätter gelegentlich punktförmige oder in Streifen angeordnete Sporangien aufweisen, aus denen sie Sporen freisetzen; Sporen sind eine ungeschlechtliche Form der Vermehrung. Eine Besonderheit der Farne ist jedoch ihr Generationswechsel: Die allgemein bekannte Erscheinungsform der Farnpflanzen ist der Sporophyt ("die Sporen produzierende Pflanze"). Die Sporen keimen jedoch nicht zu neuen Sporophyten aus (also nicht zu den "Wedel-Pflanzen"), sondern zu den unscheinbaren Gametophyten (= Prothallien), d.h. zu einer "Gameten produzierenden Pflanze". Auf dem meist flächigen oder allenfalls knollenförmigen Prothallium entwickeln sich sodann Gametangien, in denen Gameten (Geschlechtszellen, Keimzellen) gebildet werden: In meist kugeligen Antheridien entstehen männliche Keimzellen, in eher flaschenförmigen Archegonien weibliche Keimzellen. Bei einigen Farnarten sind Antheridien und Archegonien auf dem gleichen Prothallus vorhanden ("isospore Farne"), bei anderen Arten hingegen auf unterschiedlichen Prothallien ("heterospore Farne"). Wenn die Keimzellen aus den Antheridien freigesetzt werden, schwimmen sie – ähnlich den Spermien bei Tieren – mit Hilfe ihrer Geißeln zu einem Archegonium; die Fortbewegung und somit die Befruchtung der Eizelle kann also nur in Anwesenheit von tropfbarem Wasser erfolgen. Aus der befruchteten Eizelle erwächst dann die bekannte Farnpflanze mit ihren charakteristischen Wedeln, der Sporophyt.

Vorteile des Generationswechsels

Der stammesgeschichtliche Vorteil dieses Generationswechsels bei Farnen ist vor allem darin zu sehen, dass sie gleichermaßen die Vorzüge der ungeschlechtlichen wie der geschlechtlichen Vermehrung nutzen können: Mit Hilfe der hochwüchsigen Sporophyten können auch an einem zeitweise recht trockenen Standort in großer Zahl ungeschlechtliche Sporen produziert und großflächig durch den Wind verbreiten werden. Fallen die Sporen auf einen zu trockenen Boden, dann können sie dort ruhen, bis genügend Feuchtigkeit sie zum Keimen veranlasst. Dann aber kann der winzige Gametophyt rasch Geschlechtszellen produzieren, die nach ihrer Fusion umgehend einen neuen Sporophyt bilden, der auch trockenere Perioden überdauern kann. Kategorie:Botanik

Archegonium

Archegonien (Plur.; Sing. Archegonium) ist ein Begriff aus der Botanik und bezeichnet die weiblichen Geschlechtsorgane bei Moosen, Farnen und Bärlappgewächsen. Die männlichen Geschlechtsorgane werden Antheridien genannt. Die Archegonien sind meist flaschenförmig mit einer einzellschichtigen Außenhülle. Im verdickten Teil befindet sich eine einzige Zentralzelle, welche sich kurz vor der Reife in die Eizelle und eine Bauchkanalzelle teilt. Bei der Reife des Archegoniums öffnet es sich durch ein Aufquellen der obersten Wandzellen, dadurch wird die Cuticula zerrissen. Durch die Öffnung entsteht ein für die Spermatozoide passierbarer Kanal zur Eizelle. Kategorie:Pflanzenmorphologie

Symbiose

Symbiose (griechisch symbioun = zusammenleben), bezeichnet das Zusammenleben verschiedener Arten zum gegenseitigen Vorteil. Arten (Heteractis magnifica)]] Das beginnt bei Magen- und Darmbakterien der Tiere, die etwa bei den Wiederkäuern unerlässlich für jegliche Nahrungsaufnahme sind, bis hin zu spezialisierten Pflanzen (oft Orchideen), die nur von einer bestimmten Insektenart bestäubt werden können. Solche Beziehungen sind immer dann erfolgreich, wenn sich dadurch die Überlebenschancen beider Partner erhöhen. Ausgehend von seinen Arbeiten an Flechten schlug Anton de Bary 1878 auf der 51. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Kassel vor, den Begriff der "Symbiose" für besonders enge Beziehungen zwischen zwei Arten als Begriff in die Biologie einzuführen. Formalisiert kann man die Symbiose als Zusammenwirken zweier Systeme zum beiderseitigen Vorteil betrachten, die jedoch durch ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis einen Teil ihrer Autonomie verloren haben. Die in die Interaktion eingebrachten Produkte oder Handlungen sind für die andere Seite wesentlich und nicht ohne weiteres austauschbar. In dieser verallgemeinerten Bedeutung steht Symbiose ungefähr zwischen Kommunikation und Fusion.

Varianten

Insbesondere früher, aber auch heute noch, vor allem im amerikanischen Sprachgebrauch, wird unter Symbiose jede Art von Wechselwirkung verschiedener Arten verstanden, auch Parasitismus. Bei der im deutschen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung kann man Symbiose in drei Arten unterteilen:
- Protokooperation/Allianz: Die lockerste Beziehung zwischen zwei Arten; beide Arten ziehen einen Vorteil aus der Beziehung, sind aber getrennt voneinander lebensfähig.
- Mutualismus: Engere Beziehung, zumindest eine Art ist getrennt noch lebensfähig. Seeanemonen leben oft auf dem Schneckenhaus von Einsiedlerkrebsen, wobei der Krebs von den giftigen Nesseln der Seeanemone geschützt wird und die Seeanemone von Nahrungsresten des Krebses profitiert.
- Eusymbiose (griechisch: "wahre Symbiose"): Bei der Eusymbiose sind die Partner alleine nicht mehr lebensfähig. So kultivieren Blattschneiderameisen in ihrem Bau Pilze, von denen sie sich ernähren, die Pilze wiederum können sich ohne die Ameisen nicht mehr vermehren. Eine spezielle Form der Symbiose ist die Endosymbiose, wobei einer der Partner im Inneren des anderen lebt. Beispiele dafür sind die Colibakterien im menschlichen Darm oder einzellige Algen, die in Korallenstöcken leben.

Weitere Beispiele


- Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten, wobei die Insekten Nektar als Nahrung erhalten.
- Transport von Pflanzensamen in Früchten durch Tiere, wobei Tiere die Früchte fressen und die Samen an einem anderem Ort wieder ausscheiden.
- Flechten bestehen aus Algen und Pilzen, wobei die Algen durch Photosynthese Kohlenhydrate produzieren, die von den Pilzen aufgenommen werden, während die Pilze den Algen Wasser und Nährsalze liefern.
- Ameisen beschützen Blattläuse, wobei sie im Gegenzug von diesen Zuckerwasser erhalten.
- Pilze entziehen einem Baum Nährstoffe und versorgen ihn dann mit Mineralien (Mykorrhiza).
- Dickhäuter (Nilpferd und Elefant usw) und Vögel, befreien die Tiere von Insekten die Nahrung für die Vögel bietet

Symbiose und Evolution

In unserer Biosphäre, in der die am besten Angepassten die größten Überlebens- und Fortpflanzungschancen haben, ist der gemeinsame Nutzen von Symbiosebeziehungen von großer Bedeutung zum Verständnis der Evolution. Denn die Zuhilfenahme von Fähigkeiten anderer Arten kann sehr schnell große Vorteile bringen. Dieser Nutzen wird zwar im ersten Ansatz meist einseitig in Form eines Parasitismus erzielt, doch nachhaltige Vorteile, aber auch Veränderungen ergeben sich erst durch gegenseitige Anpassung im Sinne einer Symbiosebeziehung. In der Natur können deshalb alle Zwischenstadien zwischen radikalem Parasitismus und faktischer Verschmelzung von Organismen beobachtet werden.

Siehe auch

Parasitismus, Kommensalismus, Parabiose, Protokooperation, Biotische Faktoren

Weblinks


- [http://www.symbioseweb.de/sozialer.htm Symbiose und Fortschritt] Kategorie:Ökologie ja:共生

Mykorrhiza

Als Mykorrhiza (vom altgriechischen μυκησ (mykos) = Pilz und ριζα (rhiza) = Wurzel) bezeichnet man eine Form der Symbiose von Pilzen und Pflanzen, in der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist. Die Mykorrhizapilze liefern der Pflanze Nährsalze und Wasser und erhalten ihrerseits einen Teil der durch die Photosynthese der (grünen) Pflanzen erzeugten Assimilate. Die Mykorrhizapilze verfügen über ein im Vergleich zur Pflanze erheblich größeres Vermögen, Nährstoffe und Wasser aus dem Boden zu lösen. Vor allem die Wasser-, Stickstoff- und Phosphat-Versorgung der Pflanze kann dadurch enorm verbessert werden, was sich vor allem an extremen Standorten sichtlich bemerkbar machen kann. Zum optimalen Wachstum sind viele Pflanzenarten auf spezifische Mykorrhizapilze angewiesen. Weiterhin gehören Mykorrhizapilze zu einem wesentlichen Bestandteil des Ökosystems des Tropischen Regenwaldes. Es wird vermutet, dass die Mykorrhiza überhaupt erst die Landbesiedelung der ersten terrestrischen Pflanzen ermöglichte. Weltweit gibt es ca. 200 Arten von VA-Mykorrhizapilzen (siehe unten), die mit 80% aller Landpflanzenarten in Symbiose stehen. Eine solche unspezifische Symbiose kann sich wohl nur schwer nachträglich entwickelt haben. Begon, Harper und Townsend schreiben in ihrem "Lehrbuch der Ökologie" (1986) sogar: "Die meisten höheren Pflanzen haben keine Wurzeln, sie haben Mykorrhizen." (im engl. Original: "Most higher plants do not have roots, they have mycorrhizae.")

Systematik

Aufgrund spezifischer Eigenschaften werden die Mykorrhizen traditionell in drei verschiedene Klassen eingeteilt:
- Ektomykorrhiza: Der Mykorrhizapilz umhüllt die Saugwurzeln der Pflanzen und dringt in interzelluläre Bereiche der Wurzelrinde ein. Diese Form der Mykorrhiza ist typisch für Bäume aus den Familien der Birken-, Buchen-, Kiefern-, Weiden- und Rosengewächse. Pilzpartner sind meist Ständerpilze aus den Ordnungen Boletales und Agaricales, in seltenen Fällen Schlauchpilze wie die Trüffel und spezielle Becherlinge wie der Zedern-Sandborstling. Während die meisten Pflanzenpartner an geeigneten Standorten auch ohne Pilz gedeihen können, gibt es unter letzteren einige, die obligat auf Pflanzen als Partner angewiesen sind. Es wird angenommen, dass sehr viele Großpilze zur Ektomykorrhiza fähig sind - bei uns in Mitteleuropa über 1.000 Arten aus den Gattungen Schleierlinge, Täublinge & Milchlinge, Ritterlinge, Schnecklinge, Wulstlinge & Knollenblätterpilze, Pfifferlinge.
- Endomykorrhiza: Ein Teil der Hyphen des Pilzes dringt in die Zellen der Wurzelrinde des Pflanzenpartners ein. Letztere sind überwiegend Kräuter, Stauden und Gräser, nur in seltenen Fällen Bäume. Gewächse folgender Familien stehen fast immer mit einem Pilzpartner in Symbiose: Heidekraut-, Wintergrüngewächse und Orchideen. Die symbiotischen Pilze sind zumeist Ständerpilze aus der Ordnung Tulasnellales, sowie deren anamorphe Formen Rhizoctonia und Orcheomyces. Zumindest bei Orchideen ist diese Form der Endomykorrhiza obligatorisch für ihre Entwicklung.
- VA-Mykorrhiza (vesikulär-arbusculäre M.), eine besondere Form der Endomykorrhiza: typisch für die häufigste Art von Mykorrhiza sind die Bildung von Vesikeln - d. h. im Wurzelgewebe der Partnerpflanze bilden sich dickwandige Pilzzellen - und Arbuskeln - das sind verzweigte, zarte Hyphen in Bäumchenform innerhalb der Wurzelzellen. Diese Art der Mykorrhiza wird nur von wenigen Arten der Familie Endogonaceae aus der Klasse der Zygomycetes gebildet. Die Zahl der Pflanzen, die von der VA-M. profitieren können, ist jedoch sehr groß. Darunter sind viele Nutzpflanzen, deren durch VA-M. gesteigerte Phosphat-Versorgung sich steigernd auf ihre Ertrag auswirken kann. In jüngster Zeit spricht man eher von Arbuskulärer Mykorrhiza und ordnet die beteiligten Pilze den Arbuskulären Mykorrhizapilzen und der neu geschaffenen Abteilung der Glomeromycota zu [http://www.ipb-halle.de/myk/start/G3/]. Eine andere Einteilung unterscheidet zwischen fünf mutualistischen (Ekto-, Ekt-Endo-, arbutoider, ericoider und V/A-) und zwei antagonistischen (Orchideen- und monotropoider) Mykorrhizen (nach Smith & Read 1997, verändert). Gemeinsam ist allen drei Formen, dass pilzliche Hyphen den Boden durchziehen und Nährstoffe zu den Pflanzen transportieren.

Weblinks


- Eine modernere Klassifikation der Mykorrhiza wird auf http://www.ipb-halle.de/myk/start/index.html vorgestellt.
- Arbeitsgruppe von A. Schüßler, TU Darmstadt: http://www.tu-darmstadt.de/fb/bio/bot/schuessler/homepage/welcome.html Kategorie:Mykologie

Photosynthese

bin die vossler g-13 nicht abschreiben, thésis - das Setzen) bezeichnet man die Erzeugung (die Synthese) von organischen Stoffen in Lebewesen unter Verwendung von Lichtenergie, die mit Hilfe lichtabsorbierender Farbstoffe, der Chlorophylle, aufgenommen wird. Bei Pflanzen und vielen anderen Lebewesen mit Photosynthese ist das primäre Syntheseprodukt Glucose. Die Glucose dient sowohl als Energielieferant als auch als Ausgangsmaterial für den nachfolgenden Aufbau von Bau- und Reservestoffen (d.h. verschiedenen organischen Stoffen) in Lebewesen aus meist einfacheren anorganischen (seltener: organischen) Stoffen. .Glucose

Primär- und Sekundärreaktion (Licht- und Dunkelreaktion)

Bei der Photosynthese laufen komplexe biochemische Prozesse ab. Die Photosynthese besteht aus einer Lichtreaktion und einer Dunkelreaktion, die auch als Primär- bzw. Sekundärreaktion bezeichnet werden. In der Lichtreaktion entsteht zunächst unter Nutzung von Lichtenergie chemische Energie (in Form von ATP) und ein Reduktionsmittel (NADPH). ATP und NADPH werden in der anschließenden Dunkelreaktion genutzt, um ohne Licht Glucose (Traubenzucker) zu erzeugen. Dabei wird Kohlenstoffdioxid (CO2) mit ATP als Energiequelle und NADPH als Reduktionsmittel zu Glucose und Wasser umgesetzt. NADPH gibt bei diesem Vorgang den von ihm transportierten Wasserstoff und ein Elektron an das Kohlenstoffdioxid ab und wird selbst zum NADP+ oxidiert.
Bei Pflanzen findet die Synthese von Glucose in den Chloroplasten der Zelle statt, die lichtabhängigen Reaktionen erfolgen in den Thylakoiden die lichtunabhängige Dunkelreaktion findet im Stroma statt.

Primärreaktion (Lichtreaktion)

Bei der Primärreaktion, auch als Lichtreaktion bezeichnet, wird einerseits Lichtenergie in chemische Energie (ATP) umgewandelt (
siehe Phototrophie) und gleichzeitig wird ein Reduktionsmittel für das Kohlenstoffdioxid gebildet, indem das Coenzym NADP+ mit zwei Elektronen und einem Wasserstoff-Ion (Proton / H+) vorübergehend zu NADPH reduziert wird. Um dies zu erreichen, wird Wasser in Elektronen, Protonen und O2 (elementarer Sauerstoff) gespalten (Photolyse). Die Elektronen werden in mehreren Schritten durch Nutzung der Lichtenergie, die vom Chlorophyll durch Lichtabsorption aufgenommen wurde, auf ein höheres Energieniveau und damit auf ein niedrigeres Redoxpotential gebracht. Das Chlorophyll ist nach Aufnahme von Lichtenergie in einem angeregten Zustand, in dem es leicht Elektronen abgibt (starkes Reduktionsmittel, niedriges Redoxpotential) (siehe Phototrophie). Die Elektronen werden vom angeregten Chlorophyll über Zwischenüberträger auf NADP+ übertragen, das dadurch zu NADPH reduziert wird (siehe auch Redoxreaktion, Reduktionsäquivalent). In der Lichtreaktion wird also zweierlei gewonnen: eine Energiequelle in Form von ATP (Adenosintriphosphat) und ein Reduktionsmittel in Form von NADPH. Siehe dazu Bild 1. In diesem Bild stellt die Höhe, in der die Elektronen- bzw. Protonenüberträger angeordnet sind, die Höhe des Redoxpotentials dar. Reduktionsäquivalent

Sekundärreaktion (Dunkelreaktion)

In der Sekundärreaktion, auch als Dunkelreaktion bezeichnet, wird als erstes Kohlenstoffdioxid an eine durch den Organismus gebildete und als Akzeptor fungierende organische Verbindung gebunden. Die meisten Pflanzen mit oxygener Photosynthese gehören dem "C3-Typ" an. Hier ist der Akzeptor das 5 C-Atome enthaltende Ribulose-1,5-bisphosphat und das vermittelnde Enzym Ribulose-1,5-bisphosphat-Carboxylase/-Oxygenase (Rubisco). Bei C4-Pflanzen dient Phosphoenolpyruvat (PEP) als CO2-Akzeptor, wobei das Enzym PEP-Carboxylase die Reaktion katalysiert. Bei C3-Pflanzen zerfällt nach der CO2-Aufnahme das entstandene, aus 6 C-Atomen bestehende Molekül sofort in zwei Moleküle Phosphoglycerinsäure (3-Phosphoglycerat) mit je 3 C-Atomen. Diese Moleküle werden in mehreren Schritten mit NADPH als Reduktionsmittel zu Zucker reduziert. Die Energie für diese Reaktion wird vom ATP (Adenosintriphosphat) geliefert. Dabei wird aus ATP durch Abspaltung eines Phosphatrestes wieder ADP (Adenosindiphosphat). In einem komplizierten, mehrstufigen Prozess ("Calvin-Zyklus", nach seinem Entdecker Melvin Calvin so genannt), wird aus 6 aufgenommenen CO2-Molekülen unter deren Reduktion ein Molekül Glucose (Traubenzucker) C6H12O6 gebildet (siehe chemische Bruttogleichung oben, Schema der Einzelschritte im Artikel Calvin-Zyklus). Der Calvin-Zyklus ist auch bei einigen nicht phototrophen Lebewesen der Weg der Assimilation von CO2, nämlich bei einigen chemoautotrophen Bakterien.

Die Photosynthesegleichung

Bei der Photosynthese von Bau- und Reservestoffen können sowohl organische als auch anorganische Ausgangsstoffe verwendet werden. Bei der bedeutendsten Form der Photosynthese werden für die Kohlenhydratherstellung Kohlenstoffdioxid (CO2) als Kohlenstoff- und Sauerstoffquelle und Wasser (H2O) als Wasserstoffquelle verwendet. Als Beispiel diene die chemische Gleichung zur Bildung von Glucose (C6H12O6), die das primäre Produkt darstellt:
\begin \mbox & 12\; H_2O \rightarrow 24\; (H) + 6\; O_2 \\ \mbox & 6\; CO_2 + 24 (H) \rightarrow C_6H_O_6 + 6 H_2O \end \over \begin 12\; H_2O + 6\; CO_2 + 24 (H) \rightarrow 24\; (H) + 6\; O_2 + C_6H_O_6 + 6 H_2O \\ \\ = 6\; CO_2 + 6\; H_2O \rightarrow C_6H_O_6 + 6\; O_2 \end
Wasser dient als Reduktionsmittel für das Kohlenstoffdioxid. Bei der Reduktion wird das Wassermolekül gespalten (Photolyse): Es entstehen Sauerstoff, Elektronen und Wasserstoffionen (Protonen). Der Sauerstoff wird in molekularer, elementarer Form (O2) an die Umgebung abgegeben. Der Sauerstoff stammt aus den gespaltenen Wassermolekülen, nicht aus dem Kohlenstoffdioxid. Daher stehen in der obigen ersten Summengleichung auf der linken Seite 12 Wassermoleküle, um rechts 6 O2-Moleküle zu erhalten. Diese Form der Photosynthese wird wegen der Bildung von molekularem Sauerstoff O2 als oxygene Photosynthese bezeichnet (Oxygenium = Sauerstoff). Sie wird von Cyanobakterien und allen eukaryotischen phototrophen Lebewesen betrieben. Beispiele hierfür sind neben allen grünen Pflanzen auch zahlreiche Protisten, d.h. grüne und anders gefärbte einzellige Algen). Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt in der Primärproduktion von organischen Stoffen, die chemoheterotrophen Lebewesen als Energie- und Baustoffquelle dienen, und in der Bildung von O2, das für alle obligat aeroben Lebewesen lebensnotwendig ist und auf der Erde fast ausschließlich durch oxygene Photosynthese gebildet wird.

Wirkungsgrad und Effektivität

Für die Quantifizierung des Effekts der Photosynthese im Verhältnis zur aufgewendeten Energie gibt es verschiedene Größen.
Der
Wirkungsgrad ist das Verhältnis der Zunahme des Energiegehalts bei der Synthese des Photosyntheseprodukts zu der für die Photosynthese aufgewendeten Lichtenergie, er ist also ein dimensionsloser Quotient (0 ... 1 oder 0 ... 100 %). Auch andere Größen für das Photosyntheseprodukt (z. B. Masse oder Stoffmenge) können zum Energieaufwand ins Verhältnis gesetzt werden. Die erhaltenen Größen bezeichnet man als Effektivität, deren Maßeinheit der gewählten Größe für das Photosyntheseprodukt entspricht (z. B. Gramm je Joule bzw. Mol je Joule).
Soll der primäre Effekt der Photosynthese eines Chloroplasten oder eines Mikroorganismus dargestellt werden, so wird der Energiegehalt (Maßeinheit Joule), die Masse (Maßeinheit Gramm) oder die Stoffmenge (Maßeinheit Mol) eines der ersten Syntheseprodukte, in der Regel Glucose (Traubenzucker), eingesetzt. Für Betrachtungen einer ganzen Pflanze, einer Pflanzengesellschaft, einer Mikroorganismenpopulation oder für globale Betrachtungen ist es günstig, die Masse der gesamten gebildeten Biotrockenmasse (oder des in ihr enthaltenen Kohlenstoffs) einzusetzen.
Der Effekt der Photosynthese kann auf verschiedene Energiegrößen (Maßeinheit Joule) bezogen werden, so dass es eine Reihe verschieden definierter Größen für die Effektivität gibt. Im Folgenden sind verwendete Energiegrößen aufgeführt. #Energie der Photonen, die für die Bereitstellung der erforderlichen Mengen an Reduktionsäquivalenten (NADPH+H+) und ATP in den Photosystemen umgesetzt werden, also der tatsächlich photochemisch wirksamen Photonen. #Energie der von den Photosystemen absorbierten Photonen, einschließlich der photochemisch nicht wirksamen. #Energie des gesamten von Chloroplasten absorbierten Lichts. #Energie des von Blättern absorbierten Lichts. #Energie des auf einen Pflanzenbestand oder einer Mikroorganismenpopulation eingestrahlten Lichts. #Energie des auf Teile oder die gesamte Oberfläche des Planeten Erde eingestrahlten Lichts.
Bei den Größen 4 bis 6 kann entweder die Energie des gesamten Spektrums der Einstrahlung von der Sonne verwendet werden oder auch nur der Teil des Spektrums, der prinzipiell für die Photosynthese nutzbar ist. Bei Pflanzen und Algen wird - je nach Autor - teils der Wellenlängenbereich von 360 bis 720 nm angenommen, teils der von 360 bis 700 nm und teils der von 400 bis 700 nm. Man bezeichnet diesen Anteil der Strahlung als photosynthetisch nutzbare Strahlung (englisch „Photosynthetically Active Radiation“, Abkürzung „PAR“). Je nach angenommenem Wellenlängenbereich beträgt die Energie der PAR 40 bis 50 Prozent derjenigen der gesamten Einstrahlung. Der Wirkungsgrad, der den primären Effekt der Photosynthese im Verhältnis zur Energie der photochemisch wirksamen Photonen quantifiziert, wird wie folgt berechnet:
- Um ein Elektron anzuregen, wird ein Lichtquant benötigt.
- Um ein NADP+ zu reduzieren, werden zwei Elektronen und ein Proton benötigt.
- Da jedes Elektron zweimal angeregt wird (durch Photosystem II und I), werden für die Erzeugung von einem NADPH+H+ vier Photonen benötigt.
- Da 24 Elektronen (bzw. 12 NADPH) für die Synthese von einem Molekül Glucose aus CO2 und Wasser benötigt werden, werden insgesamt 48 Lichtquanten benötigt.
- Die Energie von Lichtquanten ist von ihrer Wellenlänge abhängig:
  - E(λ = 400 nm) = 298 kJ/mol (blaues Licht)
  - E(λ = 700 nm) = 168 kJ/mol (rotes Licht)
- Die für die Synthese von einem Mol Glucose benötigte Lichtenergie beträgt demnach je nach Wellenlänge zwischen 14300 kJ (Blau) und 8064 kJ (Rot)
- Die Freie Reaktionsenthalpie für die Bildung von Glucose aus CO2 und H2O beträgt unter Standardbedingungen 2862 kJ/mol.
- Das ergibt einen Wirkungsgrad zwischen 20,0 Prozent für blaues und 35,5 Prozent für rotes Licht. Nun besteht ein Blatt nicht nur aus energieliefernden Chloroplasten. Schätzt man die effektive Oberfläche ab, ebenso wie die Energie, die zur Aufrechterhaltung der Energieerzeugung notwendig ist, reduziert sich der Wirkungsgrad um mehr als eine Größenordnung. Eine Pflanze setzt sichtbares Sonnenlicht mit einen Wirkungsgrad von weniger als drei Prozent in Energie um. Für die Berechnung der globalen Effektivität der Photosynthese wird die jährliche Nettoprimärproduktion an Biomasse zur Energie der jährlich einfallenden Sonnenstrahlung ins Verhältnis gesetzt. Dabei können folgende Strahlungsgrößen eingesetzt werden: Die
flächenbezogene Einstrahlung auf die Erdoberfläche bei klarer Atmosphäre ist abhängig vom Breitengrad und der Jahreszeit. Beispiele: Die Effektivität der Photosynthese als Anteil der auf die Erdoberfläche eingestrahlten Energie (als 100 % gesetzt), der in Photosyntheseprodukte umgesetzt wird (in % der Gesamteinstrahlung), wird wie folgt berechnet: Die tatsächliche Effektivität unter Feldbedingungen ist jedoch aus verschiedenen Gründen geringer, unter anderem wegen suboptimaler Kohlenstoffdioxid-Konzentration:

Andere Photosyntheseformen

Außer der oxygenen Photosynthese kommen bei Bakterien auch verschiedene Formen von anoxygener Photosynthese vor, bei denen kein Wasser als Reduktionsmittel für Kohlenstoffdioxid verwendet wird, also auch kein O2 entsteht. Statt Wasser werden als Reduktionsmittel Schwefelwasserstoff (H2S) (siehe Bild 2) oder zweiwertige Eisen-Ionen (Fe++) genutzt, wodurch elementarer Schwefel (S) bzw. dreiwertige Eisen-Ionen (Fe+++) als Abfallprodukte entstehen, oder molekularer Wasserstoff (H2) ohne Bildung von Abfallprodukten. Auch bei der Photosynthese mit organischen Stoffen als Edukte wird kein O2 gebildet, und diese Form der Photosynthese wird deshalb ebenfalls als anoxygen bezeichnet. Die Photosynthese mit H2S als Reduktionsmittel kann beispielsweise durch folgende chemische Bruttogleichung beschrieben werden: CO2 + 2 H2S → (CH2O) + 2 S + H2O Darin steht (CH2O) für einen fiktiven organischen Stoff als erstes Produkt der Photosynthese. Als Beispiel für die Lichtreaktion dieser Art von anoxygener Photosynthese wird in Bild 2 die Lichtreaktion bei der phototrophen Bakterien-Gattung
Chlorobium vereinfacht schematisch dargestellt. Schwefel

Evolution

Die Fähigkeit zur Photosynthese ist offenbar schon sehr früh in der Evolution der Lebewesen und der Entwicklung der Erde entstanden, wahrscheinlich vor mehr als 3,8 Milliarden Jahren, vielleicht schon vor 4 Milliarden Jahren. Die oxygene Photosynthese hat sich wahrscheinlich vor etwa 3,5 Milliarden Jahren aus der schon davor etablierten anoxygenen entwickelt. Dafür, dass die anoxygene Photosynthese vor der oxygenen entwickelt wurde, spricht, dass die Reduktion von NADP+ mit H2S (anoxygene Photosynthese) nur ein Lichtsystem benötigt (siehe Bild 1), die Reduktion von NADP+ mit Wasser (oxygene Photosynthese) aber wegen der größeren Differenz der Redoxpotentiale zweistufig verläuft und zwei hintereinandergeschaltete Lichtsysteme mit zwei etwas verschiedenen Chlorophyllen erfordert (siehe Bild 2), also komplizierter ist. In der Frühzeit der Erd- und Lebewesenentwicklung war durch die Entgasung der Erde reichlich Schwefelwasserstoff als Reduktionsmittel an ihrer Oberfläche vorhanden.

Bedeutung


- Auf der Erde liegt der elementare, molekulare Sauerstoff (O2) gasförmig in der Atmosphäre und gelöst in den Gewässern vor. Er stammt fast ausschließlich aus der oxygenen Photosynthese. Ohne die oxygene Photosynthese könnten aerobe Organismen wie Menschen und Tiere nicht leben, da nur durch diesen Prozess elementarer, molekularer Sauerstoff (O2) für deren Atmung gebildet wird und organische Stoffe als Nährstoffe produziert werden ("Primärproduktion organischer Stoffe"). Die oxygene Photosynthese ist die wichtigste biochemische Reaktion auf der Erde und liefert jährlich etwa 10^ t organische Stoffe.
- Auch alle fossilen Rohstoffe und Energiespeicher wie Braunkohle, Steinkohle und Erdöl sind Folgeprodukte der Photosynthese.
- In der Stratosphäre wird aus O2 Ozon O3 gebildet, welches einen Großteil der für Lebewesen schädlichen UV-Strahlung absorbiert. Erst dadurch ist Leben an Land möglich geworden.
- Durch Beschattung und Verdunstung sorgt die Vegetation für ein ausgeglicheneres Klima.

Produktivität

Die jährliche Photosynthese-Nettoprimärproduktion, das ist die Primärproduktion abzüglich der Verluste durch Veratmung, angegeben als Kohlenstoff-Masse in der gebildeten Biomasse, beträgt Die durchschnittliche jährliche Photosynthese-Nettoprimärproduktion beträgt Maximale Produktivität von Agrarpflanzen auf Freiflächen unter günstigen Bedingungen als Biotrockenmasse-Bildung je Flächen- und Zeiteinheit:

Photosynthese unter Wasser

Die meisten Tiere und Mikroorganismen im Wasser benötigen Sauerstoff zur Atmung. Er gelangt nicht nur aus der Luft - durch Regen, Wind, Wellen und an Wasserfällen - ins Wasser. In ruhigen, stehenden Gewässern sind die Unterwasserpflanzen (Algen und Makrophyten) die Haupterzeuger des Sauerstoffs. Ferner sind sie die Primärproduzenten von Biomasse in der Nahrungskette. Dieser Vorgang ist nur bei Licht möglich. Der bei der Photosynthese freigesetzte Sauerstoff wird an das Wasser abgegeben. An sonnigen Tagen kann dieser Prozess an den Makrophyten beobachtet werden: Man erkennt, wie sich kleine Gasperlen an der Pflanze bilden und in Abständen zur Wasseroberfläche aufsteigen, besonders intensiv an einem abgebrochenen Blatt oder Stiel. Diese Bläschen bestehen allerdings nicht aus reinem Sauerstoff, sondern enthalten auch Stickstoff und andere Gase mit einem Partialdruck proportional zu deren Lösungs-Partialdruck ( = Konzentration / Löslichkeitskoeffizient) in der Umgebung der Bläschen. Bei ausreichender Sonnenbestrahlung und genügend hoher Bestandsdichte der Algen und Wasserpflanzen erreicht die Sauerstoffkonzentration des Wassers durch die Photosynthese höhere Werte, als dem Gleichgewicht mit der Luft ("Sättigung") entspricht. Seine höchste Konzentration erreicht der Sauerstoff in der Abenddämmerung, wenn die Photosynthese wegen der Abnahme des Lichtes auf die Rate der Atmung zurück geht und diese noch gerade kompensiert ("Abendlicher Kompensationspunkt") Der pH-Wert steigt bei intensiver Photosynthese wegen des Verbrauchs an CO2 an (bis über 9). Algen und Wasserpflanzen, die Hydrogencarbonat (HCO3-) verwerten können (z.B. Zygnema, Spirogyra), treiben durch Abspaltung von Hydroxylionen den pH-Wert lokal sogar bis 11. Sie treten vor allem dort in Aktion, wo wenig Atmungs-CO2 verfügbar ist. Denn die Konzentration von CO2 im Wasser im Gleichgewicht mit dem Partialdruck des CO2 in der Luft liegt bei nur etwa 1,0 mg/l (0 °C) bis 0,3 mg/l (30 °C). In der Nacht findet nur die Dissimilation unter Veratmung von Assimilaten statt, wodurch Sauerstoff verbraucht wird. Daran ist, entsprechend ihrem überwiegenden Biomasseanteil (siehe Nahrungspyramide), ganz vorrangig die Atmung der Pflanzen und Algen beteiligt. Die Konzentration des Sauerstoffs sinkt dabei wieder und erreicht ihren geringsten Wert in der Morgendämmerung, wenn die mit dem Licht aufkommende Photosynthese gerade die Atmung kompensiert ("Morgendlicher Kompensationspunkt"). Einen zum Sauerstoff analogen Tageszyklus vollzieht der pH-Wert, bedingt durch den gegenläufigen Zyklus des Verbrauchs und der Freisetzung von CO2. Der im Wasser erzeugte Sauerstoff ist nicht nur für Fische und alle anderen höheren Organismen lebensnotwendig, sondern dient auch der Selbstreinigung der Gewässer, indem aeroben Mikroorganismen ein oxidativer Abbau organischer Stoffe ermöglicht wird.

Weitere Aspekte der Photosynthese

Die Photosynthese ist der Stoffwechselprozess, der den Pflanzen Wachstum ermöglicht und damit für große, qualitativ hochwertige Pflanzen wesentlich verantwortlich ist. Eine Möglichkeit, Wachstum und Ertrag bei Kulturpflanzen zu steigern, besteht darin, alle für die Photosynthese wichtigen Faktoren im ökologischen Optimum zu halten. Dies ist vor allem in Gewächshauskulturen möglich. Bäume produzieren, wie alle grünen Pflanzen, Sauerstoff. Sie verbrauchen ihn aber auch nachts besonders intensiv, entsprechend ihrer Biomasse. Außerdem wird letztendlich beim Abbau jeglicher Pflanzenmasse wieder genau so viel Sauerstoff verbraucht, wie bei ihrem Wachstum entstand. Die Funktion von Wäldern und Parks als »Grüne Lunge« gilt besonders in der Nähe von Städten und Ballungsgebieten als besonders (lebens-)wichtig. Das kann sich folglich nur auf die Wirkung als Staubfilter beziehen. Mit ihren Blättern und Nadeln wirken die Bäume der Wälder und Parks wie riesige Filter. 1 ha Buchenwald kann jährlich rund 70 t, 1 ha Fichtenwald etwa 30 t Staub aus der Luft herausfiltern.

Literatur


- Jens Kurreck, Dominique Niethammer, Harry Kurreck:
Primärprozesse der Photosynthese und ihre Modellierung. Chemie in unserer Zeit 33(2), S. 72 - 83 (1999), ISSN 0009-2851
- Roswitha Harrer:
Proteine der Photosynthese: Aus Licht wird Leben. Chemie in unserer Zeit 37(4), S. 234 - 241 (2003), ISSN 0009-2851

Weblinks


- [http://www.abi-bayern.de/bio/fotosynthese.htm Abiturvorbereitung für den Grundkurs Biologie]
- [http://www.biologie.de/w/applets/photosynthese.swf Biologie.de Photosynthese Flash]
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d24/24.htm Botanik online: Photosynthese]
- [http://www.u-helmich.de/bio/stw/reihe4/photosynthese.html Photosynthese]
- [http://www.egbeck.de/skripten/12/bs12-10.htm Photosynthese (Biologiekurs Klasse 12)]
- [http://hlab2.uni-muenster.de/photosyn/ps00035.html#top Photosynthese – Pflanzen verwerten Lichtenergie]
- [http://photoscience.la.asu.edu/photosyn/photoweb/default.html Photosynthesis and the Web: 2005] Exzellente englischsprachige hyperlink-basierte Seite zum Thema
- [http://www.supernovae.de/schule/biologie/biologie%20protokoll%20fotosynthese.html Versuche zur Fotosynthese]

Siehe auch


- Anabolismus, Cytochrom, Phosphofructokinase, Katalase, Glukose-Stoffwechsel, Thylakoid, Grätzel-Zelle Kategorie:Photosynthese Kategorie:Solarenergie ja:光合成 ko:광합성 ms:Fotosintesis simple:Photosynthesis th:การสังเคราะห์ด้วยแสง


Asien

Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.

Begriff

Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt. Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.

Innereurasische Grenze

Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).

Lage und Küstengliederung

Eurasien Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde. Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L. Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km. Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze. Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien. Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.

Einwohner und Größe

Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.

Geschichte

Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden. Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin). Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.

Politische Einteilung nach Regionen

Nordafrika

Zentralasien


- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan siehe auch: Turkstaaten

Nordasien


- Russland (Sibirien)

Ostasien


- Volksrepublik China
  - Hongkong (Sonderverwaltungszone)
  - Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
  - Nordkorea
  - Südkorea
- Taiwan (Republik China)

Südostasien


- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam :Siehe auch: Tigerstaaten

Südasien


- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)

Vorderasien


- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern

Regionale Organisationen


- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]

Siehe auch


- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa

Weblinks


- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
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Australien (Kontinent)

Der Kontinent Australien umfasst eine Hauptlandmasse, das eigentliche Australien oder frühere Neuholland, und die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea, welches auch Papua oder Irian genannt wird. Der nördlichste Punkt liegt direkt am Äquator, auf der Insel Kabare, im Süden erstreckt sich der Kontinent bis zum Südostkap auf Tasmanien bei 43° Süd. Die Ost-West-Ausdehnung reicht vom Cape Byron am 153. Längengrad Ost bis zum Cape Inscription am 113. Längengrad Ost. Mit einer Fläche von 8.500.000 km² (fast so groß wie Europa) ist er etwa viermal so groß wie die größte Insel der Erde, Grönland. Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen Neuseeland. Diese Gesamtregion wird jedoch als kultureller Kontinent Ozeanien bezeichnet. Ozeanien

Politische Gliederung

Unabhängige Staaten


- Australien
- Papua-Neuguinea

Abhängige Gebiete


- Papua (bis 2002 Irian Jaya) – indonesische Provinz (Teil Neuguineas)

Erdgeschichtliche Entstehung

Die meiste Zeit bildeten Australien, Neuguinea und Tasmanien eine zusammenhängende Landmasse, Sahul. Diese war Teil des südlichen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen aufgrund der Kontinentaldrift vom Urkontinent Pangäa getrennt wurde. In dieser Zeit herrschte in Gondwana ein mildes Klima vor. Nachdem sich nacheinander Afrika und Madagaskar (vor ca. 160 Millionen Jahren), Indien (vor ca. 125 Millionen Jahren) und Neuseeland (vor ca. 80 Millionen Jahren) von Gondwana abspalteten, driftete Sahul langsam nach Norden, blieb aber bis vor 45 Millionen Jahre weiterhin mit Antarktika verbunden. Nach der Trennung von Antarktika kam es durch die neu auftretenden Meeresströmungen zwischen diesen Kontinenten zu einem kühleren und trockeneren Klima. Dieser Effekt wurde noch verstärkt, nachdem sich auch Südamerika und der antarktische Kontinent trennten und damit die zirkumpolare Strömung einsetzte. Vor 15 Millionen Jahren kollidierte der nördliche Teil Sahuls mit Südostasien, wodurch sich die Gebirge Neuguineas auffalteten. Aus dieser Kollision entstand auch die Torres Strait, die allerdings zu dieser Zeit noch über dem Meeresspiegel lag. Erst vor 8000 Jahren wurde die Torres Strait, vor etwa 12.000 Jahren auch die Bass Strait überflutet und damit die kontinuierliche Landverbindung zwischen Neuguinea, Australien und Tasmanien unterbrochen. siehe auch Plattentektonik

Geographie

Plattentektonik

Physische Geographie

Australien zeichnet sich durch sein trockenes, flaches Hinterland aus. Im Osten wird das flache Zentrum von der Great Dividing Range begrenzt, die mit dem Mount Kosciuszko eine Höhe von 2228 Metern erreicht. Diese Gebirgskette zieht sich bis nach Tasmanien. Im dünn besiedelten Westen des Kontinents befinden sich Wüsten wie beispielsweise die Nullarbor-Wüste. Diese flachen Landschaften werden nur gelegentlich von Erhebungen wie den Macdonnell Ranges unterbrochen. Markantes Wahrzeichen des australischen Festlandes ist der Inselberg Uluru. Im Gegensatz zum Rest des Kontinents befinden sich auf Neuguinea aufgrund der Kollision mit der asiatischen Kontinentalplatte stark zerklüftete Gebirge. Eine etwa 200 km breite Gebirgskette durchzieht die gesamte Insel von West nach Ost. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Kontinents, die Djajaspitze mit 5030 Meter Höhe. Zu den bekanntesten Flüssen gehören beispielsweise der Darling River, Murray, Snowy River und Sepik. Das Innere des Kontinents ist arm an Süßwasser-Reservoirs, große Salzseen wie Lake Eyre bestimmen die Landschaft. siehe auch Geographie Australiens

Klima

Der Kontinent nimmt drei Klimazonen ein: die tropische Zone (nördlich des Wendekreis des Steinbocks), die subtropische Zone (südlich des Wendekreis des Steinbocks) und die kühlgemäßigte Zone im äußersten Süden und auf Tasmanien. Neuguinea im äußersten Norden ist ganzjährig starken tropischen Regenfällen ausgesetzt. Temperaturen an der Küste liegen hier meist bei etwa 30°C. In den höheren Gebirgsregionen kann es jedoch auch zu Nachtfrost kommen. Im Bereich der Hauptlandmasse treten dagegen deutliche saisonale Klima-Unterschiede hervor. Wetterbestimmend sind hier hauptsächlich drei Phänomene, der Tropische Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die Subpolaren Westwinde.Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr. Südaustralien ist das bevölkerungsreichste Gebiet im Bereich des südlichen Ozonlochs.

Ökologie

Aufgrund seiner Größe und Lage existiert in Australien eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, von Wüsten, Woodlands und Shrublands, über den gemäßigten bis zum tropischen Regenwald. Diese werden durch zahlreiche Nationalparks geschützt. Die biogeografische australische Region schliesst auch die indonesischen Inseln östlich von Bali mit ein. Die Grenze zur orientalischen Zone wird dabei durch die Wallace-Linie gebildet. Durch die lange Isolation des Kontinents konnte sich hier eine Flora und Fauna etablieren, die weitgehend unbeeinflusst von evolutionären Entwicklungen auf anderen Kontinenten blieb. Alle rezenten Arten der Kloakentiere kommen nur in Australien und Neuguinea vor. Der Kontinent weist ausserdem die weltweit höchste Diversität an Beutelsäugern auf. Besonderheiten der Vogelwelt sind beispielsweise die Paradiesvögel, eine auf die tropischen Regionen beschränkte